Sehtraining ohne Stress und Langeweile – geht das überhaupt?

Auge

Ihr kennt das sicher. Egal wie viele Augenübungen ihr schon ausprobiert habt, irgendwann hängt euch das ganze Üben zum Hals heraus. Schon der Gedanke an Augenübungen macht euch leicht wütend und Lust darauf habt ihr gleich gar nicht. Zusätzlich lässt der Erfolg schon so lange auf sich warten oder stellt sich so schleichend ein, dass ihr schon fast nicht mehr daran glaubt.

Wenn es erst einmal so weit gekommen ist, dann rate ich euch aus eigener Erfahrung, eure Augenübungen erst einmal auszusetzen und es stattdessen mit etwas spielerischem Training zu versuchen.

Da eignen sich je nach vorliegender Sehproblematik die verschiedensten Ballspiele ganz hervorragend.

Als ich vor knapp einem Jahr im Sommer 2013 meine Brille abgelegt habe, wollte ich trotz allem weiter Federball spielen. Da meine Werte damals noch bei -4,75 bzw. 4,5 Dioptrien lagen, habe ich zu Anfang den Federball mehr gespürt als gesehen. Wirklich gesehen habe ich ihn erst als er schon so nah war, dass ich wirklich schnell agieren musste, um den Federball noch zu erhaschen.

Um den Ball trotz Sehschwäche gut wahrnehmen zu können empfehle ich euch farbige Federbälle. Wir nutzen z. B. gelbe Bälle, die sind trotz unterschiedlichster Lichtverhältnisse immer wirklich deutlich zu sehen.

Probiert das mal aus, ihr werdet spüren, welche Anstrengungen eure Augen unternehmen und wie effektiv dieses wirklich lustige und abwechslungsreiche Augentraining ist.

Ist eure Sehschwäche stärker, dann eignet sich natürlich auch ein einfaches Hin- und Herwerfen eines Handballes. Dies ist zusätzlich jedem zu empfehlen, vor allem, wenn man den Ball abwechselnd mit der linken Hand und dann wieder mit der rechten Hand wirft. Auch das Fangen sollte abwechselnd mit der linken und mit der rechten Hand erfolgen.

Ich könnte euch das jetzt hochwissenschaftlich erklären, was dabei mit euren Gehirnhälften und euren Augen passiert, aber ihr könnt diese Methode auch einfach mal ausprobieren und in euch rein spüren, wie sich das für eure Augen anfühlt und wie hervorragend ihr damit trainiert. Alles ohne Stress und Langeweile. Ganz im Gegenteil. Ihr habt Spaß, seid an der frischen Luft und über kurz oder lang profitieren eure Augen von dieser Art Training ganz enorm.

Viel Spaß dabei!

Augentraining-wenn‘s beim Zugfahren mal wieder länger dauert

Solltet ihr einmal in die Verlegenheit kommen, recht lange Zug zu fahren, dann eignet sich diese Zeit hervorragend für die eine oder andere Augenübung, z. B. nach Mirsakarim Norbekovs Methode aus seinem Buch „Eselsweisheit“.

Des Weiteren könntet ihr mal so richtig ausgiebig palmieren. Einfach die Hände kräftig reiben, und dann wie im Bild gezeigt, auf eure Augen legen. Am besten mindestens zwischen 10 und 20 Minuten. Zeit habt ihr auf langen Fahrten ja genug. Das entspannt und energetisiert eure Augen und gleichzeitig übt ihr euch darin, euch nichts daraus zu machen, was wohl die Leute über euch denken.

Ganz schnell und effektiv sind schon einfache Übungen wie z. B.:

  • Blick so weit wie ohne Anstrengung möglich nach oben zur Decke führen, dann wieder zurück auf Nasenhöhe – 10x
  • Blick so weit wie ohne Anstrengung möglich nach unten zum Boden führen, dann wieder zurück auf Nasenhöhe 10x
  • Das gleiche dann noch nach rechts und links je 10x durchführen.
  • Zwischendurch nach Bedarf palmieren.

Die eine oder andere Augenübung verleidet eure Mitreisenden vielleicht zu leicht pikierten Blicken. Das könnt ihr ignorieren oder ihr könnt euch erklären, was im Zweifelsfall dazu führt, dass eure Reisebegleiter ihre Brille absetzen und mit trainieren wollen.

Mein Augentraining während der Zugfahrt sah dann doch ein wenig anders aus, wie sich das aus dem Reisen mit einem 2-jährigen Kind ergibt. Will heißen: man nehme ein Kleinkind und diverse Legospielzeuge. Dann lasse man sein Kind in einem Areal von ca. 3 m2 nach Herzenslust mit seinem  Lego spielen. Das Augentraining der Mutter besteht dann darin, vor jedem Umsteigen den Boden und sämtliche Polsterritzen sowie kleine Ecken und Luftschächte im Zug abzuscannen und die nunmehr vorliegenden Lego-Kleinstteilchen einzusammeln. Da mein Kind selbst Legomännchen in seine kleinsten Bestandteile zerlegt, sprich Hände, Arme, u. s. w., handelt es sich bei dieser Suchmethode um eine enorme Anstrengung für das betreffende Augenpaar. Dass ich trotzdem nicht alle Legoteilchen auffinden konnte lag aber nicht an meinen Augen, sondern an der Findigkeit meines Kindes, Lego in so winzige Ecken zu platzieren, dass meine Finger nicht klein genug waren, das Lego wieder herauszubekommen.

Ihr seht, es gibt immer wieder Möglichkeiten, seine Augen zu trainieren, wenn man sich einmal entschlossen hat, seinen Alltag ohne Brille zu meistern.

 

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